Eine Binsenweisheit, Sie verzeihen. Als Eltern von Kindern mit geistiger Behinderung haben wir sie am eigenen Leib erlebt. Vielleicht können wir darum unsere Hilfe anbieten.
Was Eltern erleben, die zum ersten Mal von der Behinderung ihres Kindes erfahren, ist so unterschiedlich wie es Kinder und Eltern gibt. Manche Erfahrungen mögen so schwierig sein wie die von Familie Hecht, die ohne Hilfe und Unterstützung damit zurecht kommen musste, dass ihre Tochter Lisa von einer Herzoperation eine schwere Schädigung davontrug. Andere mögen den Umstand der Behinderung ihres Kindes leichter wegstecken, wie Familie Müller, die bei der Geburt ihres Sohnes Florians erfuhr, dass er das Down Syndrom hatte und ganz gut zurecht kam.
Eine gemeinsame Erfahrung haben jedoch viele Eltern gemacht:
So wertvoll das Gespräch und die Unterstützung von Fachleuten ist - es ist der Kontakt zu anderen Eltern und Familien, auch zu anderen Kindern mit Behinderung, der es erlaubt die eigenen Erlebnisse zu reflektieren. Das Gefühl zu überwinden: Warum passiert uns so etwas? Herauszufinden, dass sie mit ihren Sorgen, möglicherweise auch mit Schuldgefühlen und Scham, nicht alleine bleiben müssen.
Geben Sie sich ruhig Zeit, nicht alles muss in diesen ersten Stunden, Tagen und vielleicht Wochen nachdem Sie von der Behinderung Ihres Kindes erfahren haben, gelöst werden. Was wir gelernt haben: Die Zeit ist unser bester Freund. Mit der Zeit erschien uns die geänderte Situation in dem Licht und der Grösse, die ihr tatsächlich zustand. Und wir haben nicht nur Sorgen, sondern vor allem auch viel Freude mit unseren Kindern erlebt.
Dinge, die wir nach und nach entdeckt haben:
Die Behinderung des Kindes verändert nicht das ganze Familienleben. Manche Bereiche haben sich geändert, andere sind gleich geblieben. Auch wenn Verwandte, Nachbarn und Leute auf der Strasse manchmal merkwürdig reagieren, wir haben gelernt, uns mit unseren Kindern nicht zu verstecken. Unsere Kinder haben ein Anrecht auf einen normalen Alltag, normalen Kindergarten, normale Schule, ein normales Leben wie andere auch. Und wir haben dieses Anrecht mit ihnen.
Lassen Sie sich durch erschreckende Etiketten wie "geistige Behinderung", "Schädigung", "Down Syndrom" oder "Entwicklungsstörung" nicht davon abbringen, einfach Ihr Baby, Ihr Kind zu sehen und mit ihm nicht nur "schwere" sondern auch vergnügliche, zärtliche, lustige Stunden zu verbringen. |
Kontakt zu anderen Eltern finden Sie u.a. durch die Lebenshilfe Wien, |