Von Februar 2003 bis November 2004 hat ein interdisziplinärer Arbeitskreis sich dem Thema PND und der Umgang damit im Bereich der Schwangerenbetreuung gewidmet. Das Ergebnis war eine Broschüre mit Empfehlungen.
Die Empfehlungen sind als Hlfestellung für den Umgang mit PND zu verstehen. Sie sind Ergebnis eines Arbeitskreises, in dem Teilnehmerinnen mit medizinischem, (heil)pädagogischem und psychologischem Fachwissen über Kommunikation, Krisenreaktionen und Entscheidungsfindungsprozesse sowie mit Kenntnissen aus Beratungstätigkeiten vertreten waren. Grundlage für die Empfehlungen bildeten Erfahrungsberichte von Frauen, die im Laufe ihrer Schwangerschaft PND in Anspruch genommen hatten. Bei den meisten dieser Frauen wurden in Zusammenhang mit PND große Informationsdefizite festgestellt, viele der Betroffenen berichteten von Verunsicherung, Überforderung, Angst bis hin zu Schockzuständen, Verzweiflung, Depressionen u.ä. Das Wissen, wie PND von betroffenen Frauen/Paaren erlebt wird, stellt eine wichtige Grundlage für die medizinische Begleitung und Unterstützung dar.
Im medizinischen Alltag bleibt heutzutage wenig Zeit für individuelle Betreuung. KassenärztInnen sowie das medizinische Personal in geburtshilflichen Abteilungen bzw. Ambulanzen stehen unter enormen Zeitdruck. Für ÄrztInnen besteht zudem der forensische Druck, keine Fehlbildungen und/oder genetische bedingte Auffälligkeiten zu "übersehen". Institutionelle und rechtliche Rahmenbedingungen sind nur langfristig veränderbar. Trotzdem kann das Bewusstsein dafür, wie sich ungünstige Bedingungen auf alle Beteiligten auswirken, schon jetzt viel zu einem verbesserten Umgang mit PND beitragen.
Die Broschüre wurde mit der Unterstützung des Bundesministeriums für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz gedruckt.