Ein weiterer Meilenstein im Kampf für den gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung ist geschafft: am 27.9.07 hat der Nationalrat einstimmig einen Entschließungsantrag zur Fortführung der Schulintegration nach der 8.Schulstufe angenommen.

Lange haben Angehörige, Jugendliche mit Behinderungen und Interessensvertretungen auf diesen Moment gewartet bzw. darauf hingearbeitet, seit dem 27.9.07 ist es „amtlich“: das Unterrichtsministerium wurde per Entschließungsantrag im Nationalrat ersucht, eine Gesetzesvorlage zu erarbeiten, die die Integration von Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf nach der 8.Schulstufe vorsieht. Ziel ist dabei „die Übernahme der seit über 10 Jahren mit positivem Ergebnis durchgeführten Schulversuche zur Integration in den Polytechnischen- und in den Berufsbildenden mittleren Schulen in das Regelschulwesen sowie verbesserte Regelungen für Schulversuche an den höheren Schulen.“ Politisch ins Rollen gebracht wurde dieser Entschließungsantrag vom Bildungssprecher der SPÖ, Dr. Erwin Niederwieser, sowie dem Behindertensprecher der ÖVP, Dr. Franz-Joseph Huainigg. Der Entschließungsantrag wurde von allen im Parlament vertretenen Parteien angenommen.
So erfreulich dieser Meilenstein im jahrelangen Kampf um die Fortführung der Schulintegration nach der 8.Schulstufe auch ist: es gilt weiterhin wachsam zu sein und einen zügigen Fortschritt weiterhin zu überwachen und möglichst positiv mitzugestalten. Denn insbesondere Jugendliche mit intellektuellen Behinderungen und Lernschwierigkeiten stehen heute vor beinahe unüberwindlichen Hürden beim Eintritt in den freien Arbeitsmarkt. Entsprechende integrative Schulmodelle sollen mithelfen, diese Hürden zu beseitigen.
28.Sept. 2007/lhw BS

