2003 ist das Europäische Jahr der Menschen mit Behinderungen. Unverbesserliche Optimisten jubeln: "Jetzt wird alles besser!" Gelernte Pessimisten halten dagegen, es ändere sich doch nichts. Realisten sagen: "Es kommt darauf an, was man daraus macht!"
Menschen mit Lernschwierigkeiten oder Behinderungen sollen so leben und arbeiten, wie alle anderen Menschen auch. Das ist eines der Ziele von 2003. Ein Gemeinschaftsprojekt der EU, an dem die Lebenshilfe Wien mit gewirkt hat, hat sich mit der Frage beschäftigt, wie Menschen mit Lernschwierigkeiten ihre soziale Rolle als Kundin oder Kunde wahrnehmen können. Und das nicht nur beim Kauf von Konsumgütern, sondern auch, wenn sie sich ihre Betreuung bei einer Trägerorganisation "einkaufen".
Ergebnisse dieses EU-Projektes sind die Broschüre "Ich weiß, was ich will. Ich kaufe, was ich will!" (gedacht für Menschen mit Lernschwierigkeiten) und eine "Mappe mit Übungsmaterial" (für BetreuerInnen oder Eltern, die mit Personen aus dieser Zielgruppe am Thema "Kunde/Kundin sein" arbeiten wollen).
Menschen mit Lernschwierigkeiten oder Behinderungen haben die gleichen Rechte wie alle anderen Menschen. Darüber sind sich schnell alle einig. Aber wer sein Recht bekommen will, muss zuerst darüber Bescheid wissen. Deshalb hat die Lebenshilfe Wien einen eigenen Sonderdruck dieser Broschüre aufgelegt und will möglichst viele Menschen aus dieser Zielgruppe damit erreichen.
Die Lebenshilfe Wien hat sich selbst aber mehr vorgenommen als diese Informations-Initiative; sie will 2003 nicht bloß "schön reden", sondern konkret handeln: Im Rahmen ihrer "Aktion Bürgerrechte" verpflichtet sich die Lebenshilfe Wien daher, ihren Kundinnen und Kunden nicht nur Hilfe, sondern Recht zu geben.
• Recht auf Information: Die Lebenshilfe Wien beginnt heuer, alle für ihre Kundinnen und Kunden relevanten Informationen (wie ihr Leitbild und den Qualitätswegweiser, Web-Site, Hausordnungen oder Verträge) Zug um Zug in leicht lesbare und leicht verständliche Form zu übertragen.
• Recht auf Mitgestaltung: Die Lebenshilfe Wien wird in allen ihren Wohnangeboten eine an den Kriterien der Nutzer und Nutzerinnen (Bewohner und Bewohnerinnen) orientierte Evaluation durchführen und ihre Qualitätsarbeit an deren Ergebnis ausrichten.
Die Lebenshilfe Wien will auf diese Weise nachhaltige positive Veränderungen für ihre Kundinnen und Kunden bewirken. Damit das Jahr 2003 sein Prädikat "Jahr der Menschen mit Behinderungen" auch tatsächlich verdient.
lhw 01-03