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Messe "Jeder für Jeden"

Bereits zum sechsten Mal fand im Wr. Rathaus die Messe "Jeder für Jeden" statt, in deren Rahmen auch der "Preis für Menschlichkeit" verliehen wurde.

 

Bei dieser Messe präsentierten sich an die 100 Behindertenorganisationen, Selbsthilfegruppen- und Initiativen. Zum einen sollte das breite Angebot der verschiedenen Sozialdienste vorgestellt, zum anderen auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen aufmerksam gemacht werden.

Die Lebenshilfe Wien war auch diesmal wieder mit einem Stand der Selbstvertreter - einer Gruppe von Personen mit Behinderung, die selbst ihre Anliegen vertreten - an der Messe beteiligt. In diesem Jahr aber war die Lebenshilfe noch in anderer Form auf der Messe vertreten: Rosa Prinz, langjährige Angestellte der Lebenshilfe Wien, wurde der "Preis für Menschlichkeit" für ihre Bemühungen um die Interessen von Menschen mit geistiger Behinderung und deren Angehörige verliehen.

Wolfgang Tempfer, Selbstvertreter der Lebenshilfe Wien, berichtet:

Am 25. März 2007 hat die Messe für Menschen mit besonderen Bedürfnissen „Jeder für Jeden“ im Rathaus stattgefunden, heuer zum sechsten Mal.

Um 10:00 Uhr war die Begrüßung durch Frau Erika Stubenvoll. Sie ist Landtagspräsidentin. Sogar der neue Sozialminister Buchinger ist gekommen. Er hat die Messe eröffnet. Die Selbsthilfegruppen haben eine Podiumsdiskussion veranstaltet. Viele Künstler sind aufgetreten und haben zur Unterhaltung beigetragen, zum Beispiel die Jazz-Gitti. Es haben sich viele Menschen interessiert für unsere Bedürfnisse.

Um 16:00 Uhr war die Verleihung vom „Preis der Menschlichkeit“ durch Stadträtin Mag. Sonja Wehsely. Unsere Frau Rosa Prinz war unter den Preisträgern. Frau Prinz hat sich sehr über den Preis gefreut.

 

Sie bedankte sich und hielt eine Rede. Sie hat folgende Worte gesagt:

„Ich komme von der Lebenshilfe. Wir betreuen Menschen mit geistiger Behinderung. Darum versuche ich, in einfacher Sprache zu sprechen.

Ich bin im 2. Weltkrieg geboren. Nach dem Krieg bin ich aufgewachsen. Damals war es sehr wichtig, gute Noten in der Schule zu haben und höflich zu sein. Über behinderte Menschen wurde nie gesprochen. Als ich 24 Jahre alt war, habe ich unsere behinderte Tochter Vera bekommen. Bis dahin hatte ich noch nie gehört, dass es geistige Behinderung gibt.

Mit der Geburt von Vera habe ich angefangen, Dinge zu sehen, von denen ich früher nichts gewusst hatte. Ich habe gesehen, dass behinderte Menschen gerne leben.

Ich habe gesehen, dass sie sehr mutig sein können. Wenn etwas schief läuft, dann geben sie nicht auf. Sie fangen wieder von vorne an.

Rathauskorrespondenz zur Messe und Preisverleihung