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Neubestellung der Bioethik-Kommission

Am 5.10.2007 fand die konstituierende Sitzung der neu bestellten Kommission statt. Neben einer neuen Vorsitzenden befindet sich endlich auch ein Behindertenvertreter unter den 25 Mitgliedern dieses Gremiums.

 
Portraitbild von Dr. Klaus Voget
Dr. Klaus Voget ist nun Mitglied der Bioethik-Kommssion
 

Behindertenvertreter forderten schon 2001 erfolglos Mitsprache in der vom Bundeskanzler installierten Bioethik-Kommission. „Es ist nicht einzusehen, warum dort nur Ärzte und Juristen verhandeln und keine Behindertenvertreter, die meist die ersten „Opfer der Ausdehnung des ethisch Vertretbaren“ sind“, meinte damals die Pressesprecherin der ÖAR Dr. Irmgard Bauer.
So gründete sich damals ein Ergänzungsgremium, die „Ethikkommission FÜR die Bundesregierung“ unter der Vorsitzenden Birgit Primig Eisner. Es war dies ein Gremium der Behindertenvertreter, die der Bundesregierung eine zweite Meinung zu ethischen Themen zur Verfügung stellte. Ende 2006 musste das Gremium trotz erfolgreicher Arbeit aufgrund fehlender finanzieller Unterstützung seine Tätigkeit einstellen.

Endlich Veränderungen
Umso begrüßenswerter war dann Anfang dieses Jahres die Initiative der Staatsekretärin Silhavy, eine Vertretung von Menschen mit Behinderungen in die Kommission des Bundeskanzlers zu bringen. „Gut Ding braucht Weile“ – daran sind Menschen mit Behinderungen und auch deren Vertretungen gewöhnt – doch mit der Bestellung von Dr. Klaus Voget (Präsident der Österr. Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation und des Österr. Zivilinvalidenverbandes) wurde nun aus dem Lippenbekenntnis der Staatssekretärin Realität.

„Es erfüllt mich mit großem Stolz, dass sich die 25 Mitglieder der neuen Bioethik-Kommission bereit erklärt haben, mit ihrem Wissen und ihrem Know-How dem  Bundeskanzler und mir zur Verfügung zu stehen und uns im Bereich der Bioethik zu beraten. Es freut mich auch sehr, dass mein Vorschlag aufgegriffen wurde, nicht nur die Anzahl der weiblichen Kommissionsmitglieder auf zehn von 25 zu erhöhen, sondern dass auch ein Behindertenvertreter der Bioethik-Kommission angehört.  Bei der ersten Sitzung Mitte Oktober wird sich die Kommission mit ihrem detaillierten Arbeitsprogramm befassen, das von den Themen Frauen, Behinderte und Altersforschung geprägt sein soll“, so Staatssekretärin Silhavy.

Als Nachfolgerin von Dr. Johannes Huber wurde Dr. Christiane Druml (Ethik-Kommission der Medizin. Universität Wien) zur Vorsitzenden der Kommission bestellt. Das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden nehmen Univ. Prof. Dr. Günther Pöltner  und Univ. Prof. Dr. Christiane Mannhalter wahr. Eine Liste aller Mitglieder der Kommission finden Sie hier.

Wir hoffen, dass mit der Neubestellung der Bio-Ethik-Kommission, und vor allem mit Dr. Klaus Voget als Mitglied und Behindertenvertreter nun endlich auch die Anliegen von Menschen mit Behinderungen in den diskutierten Themen miteinbezogen und berücksichtigt werden.

17. Oktober 2007 / lhw SH