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Ohrenschmaus 2008

Am 9.12.2008 wurden die Preisträger des Literaturwettbewerbs „Ohrenschmaus“ für Menschen mit intellektueller Behinderung bzw. Lernbehinderung unter reger Anteilnahme des zahlreichen Publikums geehrt.

 
v.l.n.r.: Claudia Schmied, Günter Berger, Germain Weber, Franz-Joseph Huainigg
v.l.n.r.: Claudia Schmied, Günter Berger, Germain Weber, Franz-Joseph Huainigg
 
Gruppenfoto mit den Preisträgern
Gruppenfoto mit den Preisträgern
 

Die Oval Halle im Museumsquartier platzte aus allen Nähten als Ö1-Moderator Johannes Kaup die Verleihung des Ohrenschmaus 2008 eröffnete. Der Literaturpreis Ohrenschmaus, der heuer zum zweiten Mal ausgeschrieben wurde,  zeichnet als einziger Literaturpreis in Österreich das literarische Potential von Menschen mit Lernbehinderung aus. Die Jury rund um Schirmherrn Felix Mitterer wählte aus über 100 Einsendungen zwei Preisträger in den Gattungen Prosa und Lebensberichte: Jürgen Bonner aus Bludenz wurde für seinen Bericht „Ich bin Jürgen, ein Genie“ ausgezeichnet, Marek Janta aus Wien heimste einen Preis für seinen Prosatext „Mein großes Herz“ ein. 18 Einsendungen wurden mit Ehrenpreisen ausgezeichnet, darunter gingen gleich sieben Auszeichnungen an KundInnen von Lebenshilfe-Einrichtungen in Tirol, Wien, Salzburg und der Steiermark. Bundesministerin Dr. Claudia Schmied ließ es sich nicht nehmen, das Gedicht „Die Ungeduld“ von Günter Berger aus der Tageswerkstätte der Lebenshilfe Murau vorzutragen und zollte mit dieser spontanen Geste ihre Bewunderung für die anwesenden Literaten und Literatinnen. Zudem ist der Text von „Die Ungeduld“ auf der Banderole der Zotter-Schokolade abgedruckt, die eigens für den Ohrenschmaus kreiert wurde.

Jury-Mitglied Heinz Janisch meinte auf die Frage, welchen Unterschied er zwischen Literatur von Menschen mit Lernbehinderung und SchriftstellerInnen ohne Behinderung sehe: „Literatur ist nicht behindert. Sie ist entweder gelungen oder nicht gelungen.“ Die Kostproben, die er den 150 ZuhörerInnen an diesem Abend zu Ohren brachte, machten deutlich, welche literarischen Talente in Werkstätten, Wohneinrichtungen und Ateliers der einzelnen Organisationen schlummern und entdeckt werden wollen. Lebenshilfe-Präsident Univ.-Prof. Dr. Germain Weber zum Ohrenschmaus 08: „Der Ohrenschmaus hat sich als der Literaturpreis für Menschen mit intellektueller Behinderung etabliert.  Literatur ist ihr Medium, um ihre Geschichte zu erzählen. Sie lassen uns dabei an ihrer Gedanken- und Gefühlswelt teilhaben und das ist für uns alle eine große Bereicherung“.

Einen Ehrenpreis konnte die Kunsttherapiegruppe der Werkstatt 23 der Lebenshilfe-Wien ergattern.

Der Literaturpreis Ohrenschmaus wurde von Dr. Franz-Joseph Huainigg initiiert und mit den Partnerorganisationen Caritas, Diakonie, Jugend am Werk, Lebenshilfe Österreich und Vienna People First im Jahr 2007 ins Leben gerufen. Der Literaturpreis Ohrenschmaus will neue literarische Talente entdecken und fördern. 

Alle eingereichten Texte, Fotos der Preisverleihung sowie weitere Informationen zum Literaturpreis finden Sie auf der Website www.ohrenschmaus.net.

12.Dezember 2008 / LH-Ö, Eva Schrammel + LH-W bs