Soziale Organisationen sind europaweit besorgt darüber, dass die EU-Kommission sowie die Staats- und Regierungschefs bei ihrer Strategie zur wirtschaftlichen Entwicklung der nächsten fünf Jahre Sozialfragen einen Platz in der zweiten Reihe zuweisen. Die Kampagne "SOS Europe – Save Our Social Europe" will dies verhindern.
Am 22. und 23.März 2005 werden europäische Staats- und Regierungschefs eine wichtige Entscheidung für die Zukunft Europas treffen, wenn sie eine Strategie zur wirtschaftlichen Entwicklung in der Europäischen Union für die nächsten fünf Jahre verabschieden werden. In Lissabon im Jahr 2000, vereinbarten Staats- und Regierungschefs ökonomisches Wachstum, mehr und bessere Arbeitsplätze und sozialen Zusammenhalt als gleichrangige Ziele miteinander zu verknüpfen. Die Gleichrangigkeit dieser Ziele ist jetzt bedroht.
Die von Präsident Barroso geführte Kommission hat den Regierungen der Mitgliedsstaaten vorgeschlagen soziale und ökologische Belange den Zielen Wachstum und Beschäftigung unterzuordnen. Stimmen die Staats- und Regierungschefs diesem Vorschlag zu, ist das Europäische Sozialmodell ernsthaft gefährdet. Gemeinsam haben gleich gesinnte Organisationen darum die Kampagne "SOS Europe - Save Our Social Europe" ins Leben gerufen. Sie sind der Überzeugung, dass ein Mehr an Wachstum und Beschäftigung erforderlich ist. Ein hohes Sozialschutzniveau, soziale Eingliederung und Vollbeschäftigung sind zentrale politische Ziele und spielen eine Schlüsselrolle für den wirtschaftlichen Erfolg Europas. Ein integrierter Ansatz muss der Kern jeder EU-Strategie für wirtschaftliches Wachstum bleiben. Der Europäischen Rat und die Luxemburgische Präsidentschaft wird daher mit der Kampagne aufgefordert, der sozialen Dimension der Lissabonner Strategie wieder den gebührenden Stellenwert zu geben. Auf tatkräftige Unterstützung von Organisationen der Zivilgesellschaft, Gewerkschaften sowie EntscheidungsträgerInnen der europäischen und nationalen Ebene wird gehofft, um ein klares Signal an den Europäischen Rat am 22/23 März senden zu können. Die Deklaration mit Unterschriften von mehreren Hundert Organisationen soll dem Ratspräsidenten Jean-Claude Juncker am Tag des Europäischen Frührjahrsgipfel überreicht werden. Die Lebenshilfe Wien unterstützt ebenso wie die Lebenshilfe Österreich die Deklaration – es ist aber wichtig, dass auch viele Einzelpersonen ihre Unterstützung geben. |
Die Unterstützung für die Initiative "Rettet das Soziale Europa" kann einfach über Internet abgegeben werden. |