HTML Version    Schriftgröße: A A A        

Treffen deutschsprachiger Lebenshilfe-Organisationen

Vom 3.-5.Juli 2008 trafen sich die deutschsprachigen „Lebenshilfe“-Organisationen zum traditionellen jährlichen Ländertreffen diesmal in Wien. Die Lebenshilfe Wien war dabei.

 

Zum Ländertreffen, welches auf eine Initiative von Maria Bruckmüller von der Lebenshilfe Österreich in den 90er Jahren zurückgeht, kommen alljährlich die Lebenshilfe Österreich, die Lebenshilfe Deutschland, die Lebenshilfe Südtirol, Insieme Schweiz und APEMH Luxemburg zum Erfahrungsaustausch und Bearbeiten gemeinsamer Themen in den jeweiligen Herkunftsländern zusammen. Beim diesmaligen Treffen in Wien war mit Bernhard Schmid und Hannes Traxler auch die Lebenshilfe Wien vertreten.

Zu Beginn stand ein Besuch bei Bundeskanzler Alfred Gusenbauer am Programm, der vom Bundesvorsitzenden der Lebenshilfe Deutschland, Robert Antretter, vermittelt wurde. Der Bundeskanzler nahm sich für die Delegation mehr als eine halbe Stunde Zeit, um die wichtigsten Anliegen der Lebenshilfe Österreich entgegenzunehmen (baldige Ratifizierung der UN-Konvention, Streichung der Eugenischen Indikation, Verbesserungen beim Pflegegeld). Gusenbauer zeigte großen Sachverstand und Verständnis und betonte auch seinen persönlichen Bezug zur Lebenshilfe Kemmelbach in der Nähe seines Geburtsorts Ybbs a.d. Donau.

In den folgenden Arbeitssitzungen waren u.a. die Auswirkungen und strategische Umsetzungsmaßnahmen der UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen, die Möglichkeiten und (derzeitigen) Grenzen der Beschäftigung von Menschen mit intellektueller Behinderung am freien Arbeitsmarkt oder wenigstens unter arbeitsmarktähnlichen Verhältnissen, sowie die zunehmende Herausforderung der Betreuung und Pflege von älteren Menschen mit Behinderung die Hauptthemen.

An einem Grundsatz-Papier zu Menschen mit „Verhaltensauffälligkeiten“ wurde weitergearbeitet und eine Modifizierung der bereits 2003 veröffentlichen „Ethischen Grundaussagen zur Biomedizin“ wurde besprochen.

Weitere interessante Länderprojekte:

  • Deutschland hat ein Visionspapier über das Leben geistig behinderter Menschen im Jahr 2020 erstellt und bereitet sich als Gastgeber für den Weltkongress von Inclusion International in Berlin 2010 vor
  • In der Schweiz wird nächstes Jahr über eine Mehrwertsteuer-Erhöhung abgestimmt, die die „Invalidenversicherung“, das ist die wesentlichste Finanzierungsquelle für Menschen mit geistigen Behinderungen, absichern soll
  • In Luxemburg wird mit Erfolg ein Märchenpark von Menschen mit und ohne Behinderung betrieben; weiters wurden komplette Berufsausbildungspläne mit Symbolsprache entwickelt.

Das Ländertreffen hat für alle Beteiligten wieder einen hohen Nutzen gebracht, sei es durch neue Erkenntnisse und Erfahrungen, oder durch die Bestätigung von Gemeinsamkeiten. Das nächste Treffen wird 2009 in Berlin stattfinden.

8.Juli 2008 / lhw BS