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Was gute Entwicklung bedeuten kann

Auf verschiedenste Arten versuchen Menschen, ein erfolgreiches Leben zu messen. Unglücklicherweise neigen wir dazu, Erfolg z.B. an Reichtum oder großen intellektuellen Leistungen zu messen. Wenn ein Mensch aber all das wird, was er als Mensch sein kann, ist auch das ein Maßstab für ein erfolgreiches Leben.

 

Eltern können sich in der Erziehung ihres Kindes mit geistiger Behinderung kein höheres Ziel setzen, als alle Anlagen ihres Kindes soweit zu fördern, dass es eines Tages in der Lage ist, den Lebensalltag seinen Möglichkeiten entsprechend zu bewältigen. Konzentrieren Sie sich darauf, die Dinge und Fähigkeiten zu lernen und zu üben, die ihrem Kind möglich sind. Sie selbst und ihr Kind schöpfen aus diesen Erfolgserlebnissen Zuversicht und Kraft und stärken so die positive Persönlichkeitsentwicklung ihres Kindes.

Ein Kind, das ständig von seinen Eltern und Lehrern überfordert wird und täglich seine Unzulänglichkeit erleben muss, wird enttäuscht und verunsichert und entwickelt ein dementsprechendes Verhalten. Die Erfahrung zeigt, dass auffälliges, störendes Verhalten dem Kind im späteren Leben mehr hinderlich ist als fehlende intellektuelle Leistung - eine Beobachtung, die Sie im Alltag oft an Mitmenschen überprüfen können.

Aus unserer eigenen Erfahrung glauben wir:
Unser wichtigstes Ziel als Eltern liegt darin, unser Kind zu einer harmonischen Gesamtpersönlichkeit zu erziehen. Der spätere Lebenserfolg eines Menschen mit geistiger Behinderung wird vor allem von zwei Dingen abhängen: Von seinem Charakter und von seiner Fähigkeit, mit anderen Menschen gut auszukommen.

Um kompliziertere Aufgaben erfüllen zu können, ist es nötig, das Erlernen in viele kleine Schritte zu teilen - und auch immer wieder auf früher erreichte Entwicklungsschritte zurückzugreifen und sie wieder und wieder zu üben. Der Weg, den ein behindertes Kind bei seiner Entwicklung beschreitet, ist uneben und steinig.

Ihre Familie kann sehr viel tun, um Ihr Kind in seinen ersten Lebensjahren zu fördern. Sie werden dadurch alle anderen notwendigen therapeutischen Maßnahmen unterstützen, oft sogar erst wirksam werden lassen. Sie helfen mit der aktiven Beteiligung an der Förderung Ihres Kindes aber auch sich selbst: Wenn Vater und Mutter etwas tun können, wenn sie bestimmte Aufgaben der bewussten Förderung ihres Kindes selbst übernehmen, dann ändert sich ihre Situation und ihre Einstellung. Durch die eigene Aktivität verzweifeln Sie nicht und warten nicht auf "Wunder".

Die augenscheinlichsten Entwicklungen in den ersten Lebensjahren eines Kindes sind, sich in die Gemeinschaft anderer Menschen einzuleben, gehen und sprechen zu lernen. Dabei ist das Spiel für das Kind von überragender Bedeutung, da Kinder "spielend" lernen. Für Eltern behinderter Kinder sind diese Entwicklungsstufen besonders wichtig, da ihr Kind mehr Zeit damit verbringen wird, sie so gut es kann zu meistern.