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Wohnen: Zusammenfassung eines assistierten Interviews mit einem Bewohner

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Peter Broz erzählt:

„Ich bin jetzt 50 Jahre alt und wohne schon seit 1986 im Lebenshilfe-Wohnhaus in der Hadikgasse. Vorher habe ich bei meiner Mutter gelebt, aber meine Eltern sind bereits verstorben. Ich arbeite auch schon seit 1971 bei der Lebenshilfe, zuerst in der Werkstatt Rueppgasse, dann in der Schottengasse und jetzt in der Schönbrunnerstraße.

Wenn ich von der Arbeit nach Hause komme, trinken wir im Wohnhaus einmal alle gemeinsam Kaffee. Danach besprechen wir, was wir zu Abend essen werden und ein Betreuer oder Zivildiener geht dann mit uns einkaufen. Wir kochen auch selber mit den Betreuern und das Essen ist gut, weil wir eh gut kochen können.
Nach dem Abendessen fernsehen wir oft noch – ich sehe mir am liebsten Dokumentationen wie Universum an oder auch die Nachrichten. Danach gehe ich duschen oder baden, dabei hilft mir ein Betreuer, zum Beispiel beim Haare waschen oder auch beim Anziehen, wenn es Knöpfe oder Reißverschlüsse zum Zumachen gibt.
Die Betreuer waschen auch unsere Wäsche.
Ab und zu habe ich auch einen „Wirtschaftstag“, das ist ein Tag, an dem ich nicht in die Werkstatt gehe und gemeinsam mit meinem Betreuer mein Zimmer aufräume oder wir Kleidung für mich einkaufen gehen.

Ich habe ein Zimmer alleine für mich.
Ich interessiere mich sehr für klassische Musik, gehe gerne spazieren. Als es letztens das erste Mal so warm war, sind wir gemeinsam Eis essen gegangen. Eine Gruppe vom Wohnhaus war auch in Schönbrunn die Pandabären anschauen, die dort neu sind. Ich hatte immer wieder mal einen Besuchsdienst. Mit dem bin ich auch spazieren gegangen und einmal waren wir auch in einem klassischen Konzert.

Wenn jemand im Wohnhaus krank ist, kommt ein Hausarzt zu uns ins Wohnhaus. Wenn ich selber zum Arzt gehen muss, begleitet mich ein Betreuer dorthin. Montags kommt immer die Fußpflegerin zu uns ins Haus und zum Friseur gehen wir ganz in der Nähe.

Bei uns im Wohnhaus wohnen auch zwei Personen, die schon älter sind (ca. 60 Jahre alt), die haben einmal in der Woche einen „Seniorentag“. Da gehen sie dann nicht in die Werkstatt arbeiten, sondern können länger schlafen und gemütlich frühstücken und den Tag zu Hause verbringen, wie sie gerne möchten. Ich selber gehe lieber noch in die Werkstatt arbeiten. Zwei Damen, die schon älter waren und Probleme beim Stiegensteigen hatten, konnten von unserem Wohnhaus in ein anderes Lebenshilfe-Wohnhaus übersiedeln, wo es einen Lift gibt.

Wir haben in der Hadikgasse auch einen großen Garten mit einem Magnolienbaum. Dort können wir auch sitzen und es gibt einen Gartengriller.
Wir besuchen uns auch gegenseitig in den Wohnhäusern. Zu Silvester haben die Bewohner vom Wohnhaus in der Rollingergasse eingeladen und gemeinsam bis nach Mitternacht gefeiert. Da gab es dann ein Buffet und eine Art Disko, und um Mitternacht haben wir den Neujahrswalzer getanzt. Am Neujahrstag gehen wir immer gemeinsam in die Pizzeria. Wir feiern auch alle Geburtstage und zu Ostern werden die Ostereier in unserem Garten versteckt.

Mit geht‘s gut im Wohnhaus.“

Peter Broz / lhw / Juli 2003